Nach den am 4. September 2026 veröffentlichten BMG-Zahlen lag der mitgliedergewichtete, tatsächlich erhobene Zusatzbeitrag Ende Juni bei 3,13 Prozent. Der für 2026 bekanntgegebene durchschnittliche ausgabendeckende Referenzwert beträgt dagegen 2,9 Prozent. Maßgeblich für deinen Beitrag bleibt der individuelle Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse.
Was genau gemessen wurde
Das BMG unterscheidet zwischen dem im Vorjahr bekanntgegebenen durchschnittlichen ausgabendeckenden Zusatzbeitrag und dem Durchschnitt der Sätze, die die einzelnen Kassen tatsächlich erheben. Ende Juni 2026 lag der zweite Wert bei 3,13 Prozent.
Die 93 Krankenkassen erzielten im ersten Halbjahr zwar einen Überschuss von 2,6 Milliarden Euro. Nach BMG-Angaben diente er vor allem dazu, die zuvor gesunkenen Reserven wieder auf das gesetzliche Mindestniveau zu bringen.
Warum die Lage trotzdem angespannt bleibt
Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltung stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent. Die Beitragseinnahmen ohne Zusatzbeiträge wuchsen um 4,1 Prozent. Besonders die Krankenhausausgaben nahmen stark zu.
Was Versicherte jetzt prüfen sollten
- Den tatsächlichen Zusatzbeitrag der eigenen Krankenkasse nachsehen.
- Bei freiwilliger Versicherung den vollständigen Kranken- und Pflegebeitrag vergleichen.
- Nicht allein wegen 3,13 Prozent die Kasse wechseln: Leistungen, Bonusprogramme und Service mitbewerten.
- Rechnerwerte aktualisieren, wenn der persönliche Kassenwert bekannt ist.
Den Euroeffekt zeigt der Zusatzbeitrag-Differenzrechner; den vollständigen Kranken- und Pflegebeitrag der GKV-Beitragsrechner.
Bedeutung für den GKV-Höchstbeitrag
Zwischen 2,9 und 3,13 Prozent liegen 0,23 Prozentpunkte. An der BBG 2026 entspricht das rund 13,37 € pro Monat beim vollen Selbstzahlerbeitrag. Für Angestellte wird der Zusatzbeitrag grundsätzlich paritätisch getragen.
Der Wert 3,13 Prozent ist ein Kassendurchschnitt, kein neuer gesetzlicher Einheitssatz.
Häufige Fragen
Muss jetzt jeder 3,13 Prozent Zusatzbeitrag zahlen?
Nein. Jede Krankenkasse legt ihren eigenen Zusatzbeitrag fest. 3,13 Prozent ist ein mitgliedergewichteter Durchschnitt.
Warum bleibt im Rechner 2,9 Prozent voreingestellt?
2,9 Prozent ist der offizielle Referenzwert 2026. Nutzer können den tatsächlichen Satz ihrer Kasse eingeben.
Ist bereits klar, wie hoch der Zusatzbeitrag 2027 wird?
Nein. Politisches Ziel und endgültige kassenindividuelle Sätze sind nicht dasselbe. Neue offizielle Werte müssen abgewartet werden.
Quellen und Prüfstand
- Bundesgesundheitsministerium: Finanzentwicklung der GKV im 1. Halbjahr 2026
- Bundesgesundheitsministerium: Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung (Werte 2026)
Änderungsverlauf
8. September 2026: Erste Veröffentlichung dieser Fassung mit den zum Prüfzeitpunkt verfügbaren offiziellen Werten und Quellen.